1. Tag

26. Mai 1998 Tarmstedt - Itzehoe 112 Km

Das Gepäck gut verstaut, so startete ich bei bedecktem Himmel zu meiner Nordkap-Tour. Es ging über Hepstedt, Glinstedt nach Bremervörde. In Augustendorf die erste Überraschung. Obwohl erst 20 Km gefahren, wurde mir übel und schwarz vor Augen. Ich machte eine Pause und zog mir die "atmungsaktive" Wetterjacke aus. Da sah ich auch schon den Grund meiner schlechten Verfassung. Die als atmungsaktiv gekaufte Jacke stellte sich als einfache Gummijacke heraus. Ich war total schweißgebadet. Das Wasser lief buchstäblich aus den Ärmeln. Ich hatte wohl einen Hitzestau bekommen. Nach dem notwendig gewordenen Kleidungswechsel ging es ohne Jacke weiter nach Wischhafen. Kaum hatte ich die Fähre betreten kam ein Regenschauer herunter, wie er besser nicht sein konnte. Wieder wurde ich völlig naß, da es keinen Unterstand für einen Radfahrer auf der Fähre gab. So ging es dann in den nassen Klamotten weiter nach Itzehoe, wo ich gegen 16.00 die Jugendherberge erreichte. Ich bekam ein Einzelzimmer. Mit mir waren noch 2 Schulklassen anwesend, die sehr laut waren. Doch gegen 23.00 wurden auch die müde, und ich hatte eine ruhige Nacht.


2. Tag

27. Mai 1998 Itzehoe Sankelmark 120 Km

Nach einem reichlichen Frühstück bepackte ich mein Fahrrad und fuhr Richtung Rendsburg. Das Wetter war durchwachsen. Die Strecke leicht hügelig, der Radfahrweg in einem guten Zustand. Unterwegs kaufte ich mir noch etwas zum Trinken. Später merkte ich, daß ich meine Fahrradhandschuhe liegengelassen habe. Gegen Mittag erreichte ich Rendsburg. Was ich hier erlebte, war nicht gerade ermutigend für meine weitere Fahrt. Ich brauchte ca. 1.5 Stunden um durch Rendsburg Richtung Schleswig zu kommen. Der anfangs gut ausgeschilderte Radweg war plötzlich nicht mehr wieder zu finden. Es war gar nicht so einfach mit dem schwer bepackten Fahrrad durch die Innenstadt zu kommen. Doch endlich hatte ich den richtigen Weg nach Schleswig, wenn auch nach mehreren Umwegen gefunden. Kurz vor Schleswig wurde die Straße zur Autostraße. Gewarnt durch das Problem in Rendsburg umfuhr ich die Stadt und erreichte so ohne Probleme gegen Abend den kleinen Zeltplatz Sankelmark, wo ich meine erste Nacht im Zelt verbrachte.